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Schreiben

Das Schreiben liegt eigentlich hinter mir, abgesehen von gelegentlichen Texten, die ich für Radiobeiträge schreibe. Dennoch möchte ich dieses "Kapitel" in meiner Homepage nicht
weglassen, weil nach wiederholter kritischer Sichtung meiner Texte ein Rest übrig geblieben ist, der für gelegentliche Lesungen taugt.

Das Schreiben hat begonnen, als im Jahre 1961 mein Vater im Alter von 56 Jahren starb und ich - als "Republikflüchtiger" - nicht einmal zu seiner Beerdigung fahren konnte; noch gab es die Deutschland-Verträge nicht. Da hab ich mir erstmal in einer Novelle all das von der Seele geschrieben, was uns als Familie und ganz besonders meinen Vater nach Krieg und Vertreibung an existentiellen Erschütterungen heimgesucht hatte.

Später kamen andere Themen dazu. Und es gab die eine oder andere Gelegenheit zu Veröffentlichungen in regionalen und überregionalen Zeitungen und an anderer Stelle,
aber nicht in einem Buch.

Die meisten Texte waren von Anfang an autobiographisch, haben aber einen gewissen zeitdokumentarischen Wert (Krieg, Vertreibung, Leben in der DDR). Daneben gelangen
mir einige - wenn man so will - erotische Texte, aber auch einige wenige, die man mit
dem alten Begriff Naturlyrik bezeichnen könnte.

Lange war es so, dass mich das Studium der Gemanistik eher daran gehindert hat, einfach zu schreiben: ich hatte in gewisser Weise eine Schere im Kopf, die an den spontanen Einfällen herumgeschnippelt hat: Entspricht, was mir da einfällt, dieser und jener Kategorie, nach der Texte zu "funktionieren" haben? Hatte ich ja doch die Perfektion der großen Meister "studiert".

Über das, was von allem geblieben ist und mit dem ich raus traue, erfährst Du unter
"
Textbeispiele", "Mein Textbuch", "Mein Hörbuch" mehr.


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Textbeispiele

  
   Am Meer 1
   

Am Meer 2

Wie ein Fass
steht die Nacht über'm Meer.
Der Mond - hereingeschlüpft
durch ein Spundloch.
Er steht
auf der Schulter der Bake,
der linken.

Ich stütz meinen Arm
auf den Leuchtturm,
entzünde die Pfeife
am Feuerschiff.
Dem Mond steigt der Rauch in die Nase.
Er fragt, welche Marke ich rauche.
Querbeet, sage ich, und paffe.

Ich leg meine Pfeife aufs Meer.
Die Möve muss niesen.
Dröhnend putzt sich
der Dampfer die Nase.

Ein Schiff läuft als Fackelzug aus;
glühendes Pech fällt aufs Meer.

Schick mir den Mond mal herüber!
ruf ich zur Kugelbake hinüber.

Ein Stups mit der Schulter, der linken,
und langsam über ein Wolkentuch
rollt er zu mir,
nimmt Platz auf der Pfeife.
Warm hast du's hier, sagt er,
und macht sich's gemütlich.

Hinein in den Pfeifenkopf
drück ich zwei Wangen voll Wind.
Er friert und macht sich davon,
dorthin, wo Rum schwappt in Bojen.

Sonne
vom Herbstwind gebrochen
Tang
auf die Steine gespült
schattenhaft
Flecken von Wasser
Spuren der Flut
morgens
im Flimmer
des Lichtwasserspiels

Geblendetes Auge
fällt
satt in das Gras

Landeinwärts
der Sturm in den Wipfeln
ein Zittern
hinab bis zum Schilf

In der Nacht
das Ohr an der Muschel
Aus dem Rauschen
trinkend Schlaf

Fenster glühend
wie Augen des Weisheitsvogels
Geäst zuckend
im Lichtschein
nachtumfangener Schiffe

Ich
alles
im Sinn verzehrend
Gischt
Watt
die Muschelschalen
im Sand
flutendes
ebbendes Meer


Du sprichst

Torkelnd
taumelnd
tanzend
kommt
deine Stimme
auf mich zu:
ein
frisch
geschlüpftes
Nachtpfauenauge.


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Mein Textbuch

Als ich im Jahre 1997 unter dem Motto "GUT AUFGEHOBEN? -Texte aus der Schreibtischschublade" Gelegenheit bekam, auf Einladung der "Gruppe Poesie" in Hannover als Gast lesen zu dürfen, habe ich meine (wenigen) Texte noch einmal sehr kritisch gesichtet und mich entschlossen, damit es keine fliegenden Blätter sind, von denen ich hätte lesen müssen, eine kleines Bändchen im Eigenverlag drucken zu lassen. Es bekam den Titel "Zeitwasserzeichen am Wegrand". Nun gibt es inzwischen eine 2. kleine Auflage, und ich habe mit diesem Büchlein immer wieder Freude machen können, wenn ich es verschenkt habe. Der Titel lehnt sich an eine Gedichtzeile aus einem Text an, der das Thema Meer und Küste zum Gegenstand hat, ein Thema, das mich immer wieder fasziniert hat und dem ich vielleicht meine besten Texte verdanke. In diesem Text heißt es allerdings "Zeitwasserzeichen am Sturmstrand".


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Der Titel des Bändchens beinhaltet für mich etwas vom Flüchtigen, das eine Biographie letztlich an sich hat; und es ist nicht zu übersehen, dass die Texte autobiographische Inhalte haben, jedenfalls überwiegend. Es war einiges zu bewältigen, was meiner Generation die Zeitläufte an unausweichlichen Erfahrungen beschert haben. Es hatte auch etwas Befreiendes, sich diese Dinge ein wenig von der Seele zu schreiben. Nach den unbeschwerten Zeiten einer Kindheit folgten Kriegseinwirkungen, Flucht und Vertreibung, zeitweilige "Berührungen" mit den Staatsorganen der ehemaligen DDR und schließlich nach Zeiten politischer Nötigung die Flucht ein Jahr vor dem Mauerbau, der 1961 stattfand. Das Bändchen kann natürlich auch käuflich erworben werden; und bei der einen oder anderen Lesung fand es auch Abnehmer.

Wen es interessiert, der kann es bei mir bestellen, vielleicht zusammen mit "Mein Hörbuch"


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Übrigens habe ich das Textbuch mit einigen Zeichnungen angereichert, hier eine Probe:
Titel "Die Last" oder: "Gebeugt und handlos"

Der Textband alleine kostet 7,50 €.

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Mein Hörbuch


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Das Hörbuch erfährt ja z.Z. eine Renaissance. Und nachdem ich mir etliche Hörbücher zugelegt und mit großem Genuss im Auto gehört hatte, kam mir die Idee, meine Texte auch als Hörbuch zu produzieren. Damit es von der CD-Viererbox wenigstens einen optischen Eindruck gibt, hier das Coverbild. Ich habe dafür etliche mit Hand geschriebene Gedichttexte zusammen montiert.
 
Reinhören kannst Du bei den drei Hörbeispielen.

Hörbeispiele

Am Meer 1

Am Meer 2

Am Meer 3

Wenn das Abspielen nicht funktioniert, lädst Du Dir die Datei wie folgt herunter: Klick
die Datei mit der rechten Maustaste an, dann wählst Du in dem Menu Ziel/ speichern
unter den Platz, wo Du die Datei speichern möchtest. Dann kannst Du sie mit Deinem
eigenen Programm hören.

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Presse

"Celler Allgemeine Zeitung"
14. Juli 1998

Peiner Künstler lasen in Celle

Literatur zwischen Musik und Kartoffelgerichten

Lyriker, Schriftsteller und Literaturfreunde bevölkerten am vergangenen Sonntag Morgen das Erste Celler Kartoffelhaus. Der VLOH-Verlag hatte zur Matinee geladen, und die Mitglieder des Kunst-Clubs Peine waren dem Ruf nach Celle gerne nachgekommen.
"Gegengewichte" wollten sie in die literarische Waagschale werfen, und so lugte manch schwerwiegender Gedanke aus den lichten Wortgespinsten der Dichter um die Autorin und Galeristin Katja Göbel hervor. Ausgewogen auch präsentierte sich die Mischung von heiteren und besinnlichen Texten: Lyrik, Prosa und musikalischen Lesepausen.
Einfühlsam ließ Tenor Petr Chrastina am Keyboard die vorgetragenen Texte instrumental nachhallen, bevor er selbst sich mit einem "komponierten" Gedicht zu Wort meldete. Wohlwollend lauschte das Publikum der radiogeschulten Stimme des Gastlyrikers Walter Zeis aus Hannover und den munteren Medienattacken Thomas Rauterbergs
Leisere Töne schlugen die dichtenden Damen an. Etwa Heike Gabele mit ihren Reflexionen zur Irrfahrt menschlichen Lebens oder Elfi Folta mit einer eindringlichen Kurzgeschichte um Sinn und Schuld. Ganz anders wiederum Ulrike Graebsch: Mit einer improvisierten Gesangseinlage erheiterte sie die Zuhörer ihrer Erzählung "Die Miete ist fällig" und vertiefte so mehr oder weniger unfreiwillig die Lebensnähe des tragikomischen Textes.
Begeisterte sich das Publikum vorwiegend für die dargebotene Vielfalt, so lobten die Darbietenden den angenehmen Veranstallungsort. Das freundlich dekorierte Kartoffelhaus sei hervorragend geeignet, Schwellenangst gegenüber Literaturvorträgen zu überwinden. Auch Verleger Lars O. Heintel zeigte sich zufrieden mit dieser ersten öffentlichen Veranstaltung des VLOH-Verlages und kündigte weitere Lesungen für die Adventszeit an.


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Telefon: 0511 / 15966     
  

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